Wohnquartiere


Plan Siedlungsgebiete
Urheber: Michael Sander / OpenStreetMaps

1. Alt-Ilversgehofen

Dieses Viertel ist der ehemalige Dorfkern Ilversgehofens. Er liegt zwischen der Schmalen Gera im Westen und der Magdeburger Allee im Osten rund um die Martinikirche, die ehemalige Dorfkirche. Die Bebauung ist stark durchmischt und stellenweise noch durch dörfliche Gebäude mit Wohn- und Gewerbenutzung geprägt, während sich daneben auch städtische Mietshäuser aus der wilhelminischen Zeit finden. Dazwischen befinden sich Grünanlagen, die teilweise nach dem Abriss von Fabriken angelegt wurden.

2. Neu-Ilversgehofen

Bei diesem Viertel handelt es sich um eine planmäßig angelegte Neustadt östlich des alten Dorfkerns, die um 1900 entstand. Es dominieren große Mietshäuser, wie es sie auch in anderen Arbeitervierteln Erfurts aus der wilhelminischen Zeit gibt. Die Magdeburger Allee wurde als Hauptstraße angelegt und am heutigen Ilversgehofener Platz entstand eine neue Mitte für den Ort. Zwischen dieser Bebauung sind an der schon vorher vorhandenen Salinenstraße auch noch kleine Bergmannshäuser erhalten, in denen die Arbeiter der Salzbergwerke im Osten Ilversgehofens wohnten. Heute hat dieses Viertel wie auch die nördlich angrenzenden Viertel mit sozialen Problemen zu kämpfen. Deshalb ist der Wohnungsleerstand hier der höchste im Stadtgebiet und die Sanierungsmaßnahmen an der Altbausubstanz gehen langsamer voran als in anderen Stadtteilen. Dem stehen Erfolge an der Magdeburger Allee gegenüber, wo es gelungen ist, durch Städtebaumaßnahmen eine belebte Geschäftsstraße zu erhalten und zu fördern.

3. Tiergartensiedlung

Die Tiergartensiedlung liegt westlich des alten Dorfkerns in der Aufläche zwischen der Gera im Westen und der Schmalen Gera im Osten. Hier dominieren zwei Bebauungsarten. Zum einen kleine Reihenhäuser, die während der Wirtschaftskrisen zwischen dem Ersten und dem Zweiten Weltkrieg entstanden und mit ihren großen Gärten damals zur Selbstversorgung ihrer arbeitslos gewordenen Bewohner dienen sollten. Nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden Altneubauten, bis die gesamte Fläche des Viertels bebaut war. Heute stellt der Tiergarten damit im Gegensatz zum übrigen Ilversgehofen ein Viertel mit geringem Wohnungsleerstand dar.

4. Ilversgehofen-Süd

Der südliche Teil Ilversgehofens entstand als ein typisches Arbeiterquartier mit Mietshäusern. Hier dominierte früher die typische Durchmischung von Wohnhäusern an der Straße und Gewerbebetrieben in den Innenhöfen der Häuserblocks. Durch seine günstige Lage näher am Stadtzentrum konnte das Viertel seit 2000 neue Einwohner anziehen und der Leerstand ging zurück.

5. Nördliche Wohngebiete

Im Norden Ilversgehofens befinden sich nur wenige Wohngebiete. Die ältesten Häuser stammen aus der Zeit um 1900 und befinden sich unmittelbar nördlich des Nordbahnhofs. Die übrigen Wohngebiete entstanden im Wohnungsbau privater Gesellschaften der 1920er- und 1930er-Jahre in Stilformen des Neuen Bauens. Vorbildlich restauriert wurde 2007 das Jacobsenviertel, das zwischen 1925 und 1927 nach Plänen von Otto Jacobsen errichtet wurde. Ähnliche Viertel befinden sich auch an der Salinenstraße, der Grubenstraße und weiter nördlich am Steinhügel. In diesen ist allerdings der Leerstand hoch und der Sanierungsstand schlechter, auch wenn der Abriss zur Zeit nicht zur Debatte steht.

Quelle: Wikipedia