Ilversgehofen - ein uralter Siedlungsplatz

Geschichte muß immer wieder neu geschrieben werden, nicht weil neue historische Tatsachen bekannt werden, sondern weil sich der Standpunkrt des Betrachters ändert. Arnold J. Toynbee, Historiker

Ansatz einer zeitgenössischen Vision zum Siedlungsort

Es ist der Reiz, den Menschen umtreibt, das nähere Umfeld und dessen Entstehungsgeschichte eines Ortes zu hinterfragen. Wenn keine schriftliche Quellen vorhanden sind, können bereits Bodenfunde eine Besiedlung dokumentieren. Ein weitere Ansatz ist das Geschichtsstudium über Besiedlungsbewegungen einer frühen Zeitepoche, wo Stammeskulturen verschwanden und Königreiche ihre Herrschaft ausübten. Gerade dieser Zeitraum ist in Thüringen von Bedeutung.

Versuch einer geschichtlicher Einordnung über die Entstehung eines Siedlungsplatzes

Bodenfunde aus der Gegend von Ilversgehofen belegen, dass schon in der Stein- und Bronzezeit sich Siedlungsgruppen hier aufgehalten haben. Die Vermutung einer Gehöftegruppe im Kernbereich führt uns über ein Jahrtausend zurück in die Zeit nach dem Untergang des Thüringer Königreiches (531), als fränkische Einwanderer das Land besiedelten. In dieser Zeit könnten diese fränkischen Ansiedlungen entstanden sein. Siedlungen der Thüringer und Franken bestanden aus einem oder mehreren Höfen. Um sie zu unterscheiden, gab man ihnen Namen nach ihren Sippenältesten. Diese Annahme wird unterstützt durch eine frühe fränkische Wachstation bei der Wüstung Neuses am Roten Berg. So ist zu vermuten, dass dieser Siedlungsplatz im fruchtbaren Schwemmland der Gerafurt zu seinem Namen Eilbrechtsgehouven kam. Die Endung „houven“ bedeutet soviel wie Höfe.

Fränkischer Siedlungsort
Eine als typisch anzusehende Dorfszene aus fränkischer Zeit

Deutung des Ortsnamens und seine Wandlung

Der Name Eilbrechtsgehouven wird von verschiedenen Geschichtsschreibern als Hof eines fränkischen Ansiedlers gedeutet, dessen Sippe selbst in der ersten urkundlichen Erwähnung 1145 ein gewisser „Egilbrecht, der Schwertglänzende“ als Zeuge vermerkt ist. Aus den zahlreichen Zwischenformen der Schreibweise wurde 1485 Ilversgehofen. Das Fehlen alter schriftlicher Quellen zur Siedlungsgeschichte Ilversgehofens wird uns weiter eine Antwort schuldig bleiben. Übrigens die Legende, das König Dagobert hier einen Hof besessen habe, und ihm dem Peterskloster in Erfurt schenkte, wurde als eine Fälachung aus dem elften Jahrhundert erkannt. Weitere Klarstellungen sind erwünscht.

17.06.2013 Werner Hehn